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Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation

Servcare_ALS – Gestaltung »Kooperativer Dienstleistungssysteme« für personenbezogene Dienstleistungen am Beispiel seltener Erkrankungen (ALS)

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Kurzbeschreibung:
Im Anwendungsfeld »seltene Erkrankungen« stehen wichtige Untersuchungen für die Dienstleistungsforschung bevor. Charakteristisch für »seltene Erkrankungen« ist, dass stark individualisierte Leistungen von vielfältigen Akteuren in einem komplexen Umfeld erbracht werden.

Das Projekt »Servcare_ALS« erarbeitet beispielhaft anhand der seltenen Erkrankung der amyotrophe Lateralsklerose (ALS) wie die vielfältigen Dienstleistungen in komplexen Systemen wie dem Gesundheitssystem besser koordiniert werden können. Die amyotrophe Lateralsklerose ist eine seltene, degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems, die zu Muskelschwäche und Muskelschwund führt. Sie wurde für dieses Projekt als Modellerkrankung ausgewählt, da ihre Symptome (Einschränkungen der Atmung, Ernährung, Bewegung und Kommunikation) auch bei häufigen Erkrankungen auftreten, wie z.B. Schlaganfällen oder Tumorerkrankungen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Ergebnisse des Projekts auch auf andere Anwendungsfelder übertragen werden können.

Die Problematik bei ALS besteht darin, dass neben Ärzten eine Vielzahl weiterer Akteure wie z.B. Therapeuten, Hilfsmittelhersteller und Pflegedienste zur Behandlung der Patienten notwendig ist. Zwischen diesen Akteuren bestehen jedoch kaum standardisierte Abläufe und Kommunikationsprozesse.

Das Verbundprojekt »Servcare_ALS« setzt an dieser Problematik an. Ausgehend von einer Analyse der Wertschöpfungsstrukturen im Krankheitsverlauf von ALS entwickelt das Fraunhofer IAO die wissenschaftlichen und methodischen Grundlagen für die Gestaltung eines personenbezogenen »kooperativen Dienstleistungssystems«. Dafür sollen alle relevanten Akteure identifiziert und abgebildet werden. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Beziehungen zwischen diesen und auf den Schnittstellenproblemen, die durch die Überschneidung und Grenzen von eigenen Kompetenzbereichen entstehen. Außerdem soll geprüft werden, inwieweit medizinische und beratende Dienstleistungen durch virtuelle Elemente unterstützt werden können.

Für die Gestaltung »kooperativer Dienstleistungssysteme« im Gesundheitswesen stellen sich folgende Fragen:

  • - Wie lässt sich die Komplexität von Dienstleistungssystemen abbilden und modellieren?
  • - Welche Anteile der Dienstleistung können durch Technologie unterstützt werden?
  • - Welchen Wert leistet die Interaktion in der Dienstleistung?
  • - Wie verändert sich Dienstleistungsarbeit in kooperativen Dienstleistungssystemen?

Auftraggeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektpartner:
Charité
Universitätsmedizin Berlin
Neurologische Klinik
Ambulanz für ALS und andere Motoneuronenerkrankungen
Universität Leipzig
Institut für Informatik
Betriebliche Informationssysteme
Universität Augsburg
Extraordinat für Sozioökonomie der Arbeits- und Berufswelt
Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e.V. - DGM

Projektstatus:
in Arbeit

Internet:
www.servcare-projekt.de